Schändliche Beschmutzung!
Niemand ist heiliger als er, niemand hat schönere Stigmata, schon gar keiner trägt tollere Rollkragenpullis. Nein, über meinen Padre Pio lass ich mir nichts kommen! Aber die Neider sind allüberall, o Graus o Graus...
Bestürzt, betrübt und tief traurig habe ich der FAZ vom 25.10. die folgende verleumderische Meldung entnommen:
"Besondern beunruhigend für die Hierarchie bis Rom wurde das Zeugnis eines Apothekers aus der Provinzhauptstadt Foggia: Dottore Valentini Vista. Der respektable Mann sah sich als frommen Anhänger Pios und geriet durch die Pilgerfahrt einer Kusine, die ebenfalls eine Apotheke betrieb, in spirituellen Kontakt mit dem „lebenden Heiligen“. Der Apotheker wurde misstrauisch, als Pio sich über die Kusine direkt an ihn wandte und nach einem Fläschchen Karbolsäure fragte, vorgeblich zur Wundsterilisation bei jungen Mitbrüdern. Als Padre Pio - über Mittelsleute und unter Bitte um höchste Geheimhaltung - später noch eine vielfach tödliche Menge des Nervengiftes Veratrin bei ihm bestellte, verweigerte Vista die Lieferung und informierte seinen Bischof. Der meldete den Verdacht - samt der schriftlichen Gift-Bestellung Padre Pios, die noch heute in den Vatikanischen Archiven ruht - ergebnislos nach Rom weiter.
Luzzatto sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den blutenden und aufwendig verbundenen Stigmata Padre Pios und seiner Vorliebe für ätzende Flüssigkeiten. Mit Karbolsäure, das wusste auch der Apotheker Valentini Vista, kann man sich durchaus dauerhafte Wunden zufügen. Veratrin hingegen fand einst als muskellähmendes Insektengift, vorzugsweise gegen Läuse, Verwendung, wird von der Pharmazie aber auch als 'äußerlich wirkendes Reizmittel', das gegen Schmerz unempfindlich macht, beschrieben. Was der werdende Heilige mit einer Riesenmenge dieser Substanz anfangen wollte, mochte sich der katholische Apotheker offenbar lieber nicht vorstellen. Dazu kommt die naheliegende Frage, warum sich Padre Pio die obskuren Stoffe aus dem fernen Foggia umständlich, heimlich und illegal besorgen wollte, statt schlicht den Arzt seines Klosters um ein Rezept zu bitten. Luzzatto sieht die Sache durchaus ironisch: 'Statt Veilchenduft, dem Aroma der Heiligkeit, scheint sich von der Zelle des Heiligen die Ausdünstung von Säure und Gift, der Gestank der Schwindelei, verbreitet zu haben.' "
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Bestürzt, betrübt und tief traurig habe ich der FAZ vom 25.10. die folgende verleumderische Meldung entnommen:
"Besondern beunruhigend für die Hierarchie bis Rom wurde das Zeugnis eines Apothekers aus der Provinzhauptstadt Foggia: Dottore Valentini Vista. Der respektable Mann sah sich als frommen Anhänger Pios und geriet durch die Pilgerfahrt einer Kusine, die ebenfalls eine Apotheke betrieb, in spirituellen Kontakt mit dem „lebenden Heiligen“. Der Apotheker wurde misstrauisch, als Pio sich über die Kusine direkt an ihn wandte und nach einem Fläschchen Karbolsäure fragte, vorgeblich zur Wundsterilisation bei jungen Mitbrüdern. Als Padre Pio - über Mittelsleute und unter Bitte um höchste Geheimhaltung - später noch eine vielfach tödliche Menge des Nervengiftes Veratrin bei ihm bestellte, verweigerte Vista die Lieferung und informierte seinen Bischof. Der meldete den Verdacht - samt der schriftlichen Gift-Bestellung Padre Pios, die noch heute in den Vatikanischen Archiven ruht - ergebnislos nach Rom weiter.
Luzzatto sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den blutenden und aufwendig verbundenen Stigmata Padre Pios und seiner Vorliebe für ätzende Flüssigkeiten. Mit Karbolsäure, das wusste auch der Apotheker Valentini Vista, kann man sich durchaus dauerhafte Wunden zufügen. Veratrin hingegen fand einst als muskellähmendes Insektengift, vorzugsweise gegen Läuse, Verwendung, wird von der Pharmazie aber auch als 'äußerlich wirkendes Reizmittel', das gegen Schmerz unempfindlich macht, beschrieben. Was der werdende Heilige mit einer Riesenmenge dieser Substanz anfangen wollte, mochte sich der katholische Apotheker offenbar lieber nicht vorstellen. Dazu kommt die naheliegende Frage, warum sich Padre Pio die obskuren Stoffe aus dem fernen Foggia umständlich, heimlich und illegal besorgen wollte, statt schlicht den Arzt seines Klosters um ein Rezept zu bitten. Luzzatto sieht die Sache durchaus ironisch: 'Statt Veilchenduft, dem Aroma der Heiligkeit, scheint sich von der Zelle des Heiligen die Ausdünstung von Säure und Gift, der Gestank der Schwindelei, verbreitet zu haben.' "
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Betende Haende - 2007-10-29 03:21
